Aus der Geschichte der B! Frankonia-Selb zu Nürnberg
 
Der Ursprung in Selb
 
Im WS 1958/59 begann neben etwa 50 weiteren Studenten auch Hartmut Lücke seine Ausbildung zum Keramikingenieur am Johann-Friedrich-Böttger-Institut in Selb. Er war Gründungsbursche - und später Ehrenbursche - der pflichtschlagenden "Alten Brünner Burschenschaft Suevia zu Coburg" und musste nun enttäuscht feststellen, dass in Selb keine Verbindungen existierten.

Daher begann er, die Studierenden über Sinn und Zweck einer Verbindung aufzuklären und vorhandene Vorbehalte auszuräumen sowie Neugierde zu wecken.

Bei einem Diskussionsabend am 13. November 1958 referierte Hartmut Lücke vor 86 interessierten Zuhörern über die Hauptziele einer Verbindung und die verschiedenen Verbindungstypen. Das Echo war sehr positiv, und es schloss sich eine lebhafte Diskussion an, die damit beendet wurde, dass man festlegte, eine Woche später mit dem Aufbau einer eigenen Verbindung zu beginnen.

Am 20. November 1958 gründeten in der Gaststätte "Bärenhimmel" im Raum "Bärenhöhle" die Bbr. Bbr. Gerhard Bach al. YETI, Günter du Bellier al. SUFF, Pedro Frey al. PITT, Otmar Kärner al. OPEL, Karl Kurz al. ALARICH, Hans-Joachim Langer al. LOUIS, Hartmut Lücke al. SPIESS, Hans Joachim Noack al. AKI, Rüdiger Prößl al. KNILCH und Manfred Schöner al. LESS die "Technische Verbindung Frankonia".

Es war eine Gründung von jungen Studierenden ohne Rückhalt von Alten Herren, ohne fremde Hilfe und ohne finanzielle Plattform, nur getragen vom Idealismus für das Farbenstudententum. Der Name "Technische Verbindung" wurde gewählt, um sich von der werkkünstlerischen Abteilung abzugrenzen und einem Ingenieurdachverband beitreten zu können.

Als Gründungsfuchsen traten kurz nach der Gründung die Bbr. Bbr. Werner Layritz al. WASTL, Hermann Paul al. DICK, Roland Rossner al. QUAK, Konrad Graf al. QUASSEL, Klaus Pintsch al. PINTSCHER und als Gründungs-VG. VG. aus der werkkünstlerischen Abteilung Adolf Zrenner al. MAUSI, Fäustl al. PRINZESSIN und Adolf Schricker al. HERZOG bei.

Die Mitgliederzahlen stiegen stetig und steil an: Es gab später Semester, die beinahe geschlossen der Verbindung beitraten.

Diese positive Entwicklung wurde gerade in der schwierigen Aufbauphase durch Prof. Dr. Ludolph Meiler unterstützt, der zwar nicht selbst korporiert war, aber mit den jungen Bundesbrüdern durch "dick und dünn" ging. Zu ihm gesellten sich bald die Professoren Dipl.-Ing. Max Schmid al. SCHMIDCHEN (später 1. AHx), Dr. Heinz Mostetzky al. PONTI (der als AHx gerade in der späteren Nürnberger Aufbauphase Akzente setzen sollte), Dipl.-Ing. Wolfgang Kraft al. MILKANA, Dr. Heribert Westmark al. PFEFFERKORN - der über Jahrzehnte als AHxxx und AHxxxx dienen sollte - und später Dr. Karl-Heinz Schüller al. OHM.

Aufgrund der korporierten Redakteure der beiden Selber Tagenszeitungen hatte die Frankonia bald eine hervorragende Presse; die beiden Bürgermeister der Stadt Selb konnten regelmäßig als Gäste begrüßt werden. Der Besitzer der Bürgerbräu-Brauerei wurde VG und zu den sonntäglichen Frühschoppen wurde der "Bärenhimmel" zum Treffpunkt vieler Farbenstudenten unterschiedlicher Verbände, wenn diese am Wochenende zu Hause weilten. Hervorzuheben ist auch, dass die "Alte Brünner B! Suevia zu Regensburg und Coburg" die junge Frankonia emsig und intensiv in ihren Aufbaubemühungen unterstützte. Sie stellte ihre Satzung, Grundgesetz und Brauch, Komment, Chargenwichs, Liedgut und vieles mehr zur Verfügung und half auch durch viele Besuche, die jungen Verbindung zu fördern.

Um die Ideen und die Zielsetzung nach außen hin deutlicher zu machen, wurde im März 1960 der Name "Technische Verbindung Frankonia" in "Burschenschaft T. V. Frankonia" geändert.

Am 22. April 1961 trat die Frankonia dem BDIC (Bund Deutscher Ingenieur-Corporationen) bei. Sie erhoffte sich von diesem Dachverband Unterstützung in ihrer Arbeit.

Am 15. Dezember 1963 standen die ersten drei Frankonen im Schießhaus zu Erlenstegen in Nürnberg auf Mensur; es waren dies die Bbr. Bbr. Hans-Jürgen Rüstig al. OTHELLO, Franz-Dieter Bley al. RATTE (damals verdienstvoller Sprecher der Aktivitas) und Dietrich Grunwald al. STUMPEN. Sie waren aufopferungsvoll von Herrn Dr. Süß, Corps Baruthia zu Erlangen, eingepaukt worden. Mensurwichs und Waffenschutz gewährte die "Alte Brünner B! Suevia zu Regensburg und Coburg". Der zweite Mensurtag fand am 2. Juni 1964 ebenfalls im Schießhaus Erlenstegen in Nürnberg statt, nunmehr in eigener Wichs. Die oben genannten Franko-nen schlugen ihre zweite Partie und zusätzlich die Bbr. Bbr. Reiner Bullerjahn al. BULLY, Hilmar Derks al. TRISTAN und Heinz Korn al. SCHNAPS mit Erfolg ihre erste. Alle sechs Partien wurden vom Pauklehrer Dr. Süß sekundiert. Ein weiterer Mensurtag fand durch Vermittlung unseres Bbr. Ernst Riedelbauch al. ANTI am 13. Februar 1987 auf dem Haus des Corps Borussia zu Greifswald in Mainz statt, bei dem Bbr. Ernst Riedelbauch al. ANTI und Bbr. Arnold Wenderlein al. REMIS unter Waffenschutz des Corps Borussia mit Bravour ihre Partien schlugen. Bbr. Rieldelbauch wurde später ein verdienstvoller Vorsitzender des AH-Verbandes der Frankonia.

Der Zusatz T. V. im Namen wurde im WS 1962/63 gestrichen, und lautete nun klar und ein-deutig "Burschenschaft Frankonia zu Selb".
 
Neustart in Nürnberg
 
1972 wurde der Ingenieur-Bereich Werkstofftechnik in Selb aufgelöst und nach zwei Semestern in Regensburg 1973 an die Fachhochschule Nürnberg als selbständiger Fachbereich Werkstofftechnik verlagert. Hier war es neben den bereits erwähnten Professoren unser Bbr. Knut Mirus al. MOLCH, der sich als reaktivierter x und gleichzeitiger AHx um den Nürnberger Aufbau besondere Verdienste erworben hat, so dass er, neben Bbr. Lücke al. SPIESS, 2. Ehrenbursche der Frankonia wurde. Es war nicht zuletzt auf sein Engagement zurückzuführen, dass auf Anhieb 13 Fuchsen geworben werden konnten. So wurde am

13. Dezember 1973 die "B! Frankonia Selb zu Nürnberg"

als 13. Korporation der heutigen Georg-Simon-Ohm Fachhochschule Nürnberg (damals noch Fachhochschule Nürnberg) aus der Taufe gehoben.

1984 trat die B! Frankonia aus dem zu teuer und nicht effizient arbeitenden BDIC aus und arbeitet seit November 1995 im Rahmen des Akademischen Zirkels eng mit dem BNSt (Bund Nürnberger Studenten) zusammen.

Durch die Auflösung der Fachschule in Landshut für das Ziegeleiwesen, die ebenfalls nach Nürnberg verlagert worden war, war es auch für die B! Frankonia zu Landshut nötig, neue Überlegungen anzustellen. Die B! Frankonia-Selb zu Nürnberg fasste den Beschluß, Lands-huter Frankonen auf Wunsch in ihre Reihen aufzunehmen.

Nachdem man jahrelang an verschiedenen Stellen der Stadt bzw. als Gast bei anderen Korporationen hospitiert hatte, hat die B! Frankonia Selb zu Nürnberg seit 1999 wieder eine eigene Konstante in der Georg-Strobel-Straße 64 in Nürnberg.

Viele Mitglieder des Bundes, die während ihrer aktiven Studienzeit Ämter inne hatten, nehmen heute herausragende Stellungen in der Wirtschaft ein und alle haben durch ihre Treue zum Bund gemeinsam mit ihren Ehefrauen einen großen Beitrag zum Bestand der B! Frankonia-Selb zu Nürnberg geleistet. Dies zeigt sich u. a. in den Besuchen von Stiftungsfesten, Kneipen, Seminaren, Vorträgen und Ausflügen, aber auch in der Teilnahme an familiären Treffen, wie Hochzeiten, Taufen, runden Geburtstagen, Jubiläen oder auch Beerdigungen.

Gerne trifft man sich auch im Rahmen von Fachtagungen von Verbänden, wie z.B. der DKG oder der HVG, im Fachbereich Werkstofftechnik der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule Nürnberg, der sowohl mit der Geschichte als auch mit der Gegenwart der B! Frankonia-Selb zu Nürnberg aufs Engste verbunden ist. .



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